Altersvorsorgedepot: 7 Punkte, bevor du abschließt.
Gerade werben fast alle mit „gebührenfrei“. Kosten sind wichtig, aber nur einer von sieben Punkten.
Du schließt das Depot einmal ab, und dann läuft es Jahrzehnte. Darum lohnt sich eine halbe Stunde vorher.
Vorweg: Erst der Notgroschen, dann das Depot.
Stand: Altersvorsorgereformgesetz, BGBl. 2026 I Nr. 156
Die sieben Punkte
- 1Welche Rolle soll das Depot spielen?
- 2Der Anbieter: Gibt es ihn in 40 Jahren noch?
- 3Effektivkosten statt „gebührenfrei“
- 4Welche Produktart?
- 5Was drin ist und was am Ende passiert
- 6Wechsel und Flexibilität
- 7Zulage und Auszahlung
Welche Rolle soll das Depot spielen?
Frag dich zuerst, was das Altersvorsorgedepot in deinem Vermögen leisten soll.
Hast du deine Sicherheit schon woanders, zum Beispiel einen Notgroschen auf dem Tagesgeld? Dann kann das Depot der Teil sein, der 30 Jahre und länger in Ruhe arbeitet.
Der Anbieter: Gibt es ihn in 40 Jahren noch?
Mit Auszahlung bis mindestens 85 läuft der Vertrag oft 40 Jahre und länger. Du musst da nicht jeden Tag reinschauen. Du brauchst einen Anbieter, dem du vertraust und der lange am Markt ist.
Bei kleinen, neuen Anbietern weiß niemand, wie sie in 40 Jahren aussehen. Gut zu wissen: Wertpapiere im Depot gehören dir. Geht der Anbieter, ist dein Geld nicht weg, aber du musst wechseln.
Effektivkosten statt „gebührenfrei“
Die Depotgebühr sagt wenig. Schau im Produktinformationsblatt auf die Effektivkosten, da sind auch die Kosten der Fonds drin.
| Mit 0,3 % Kosten | rund 128.300 € |
|---|---|
| Mit 1,0 % Kosten | rund 113.600 € |
| Unterschied, nur durch die Kosten | 14.700 € |
Beim Standarddepot sind die Kosten auf höchstens 1,0 % gedeckelt.
Welche Produktart?
- Standarddepot: Kostendeckel, zwei vorab festgelegte Fonds, Umschichtung zum Ende.
- Freies Altersvorsorgedepot: mehr Auswahl, kein Kostendeckel.
- Garantieprodukt: zugesagt sind 80 % oder 100 % der Einzahlungen samt Zulagen zum Rentenbeginn. Diese Sicherheit kostet meist Rendite.
Was drin ist und was am Ende passiert
Erlaubt sind Fonds und ETFs bis Risikoklasse 5 und bestimmte Euro-Anleihen, keine Einzelaktien.
Beim Standarddepot wird ab fünf Jahre vor Rentenbeginn umgeschichtet: dann höchstens 50 %, ab zwei Jahre vorher höchstens 30 % im risikoreicheren Fonds. Andere Anteile kannst du verlangen. Das freie Depot muss nicht umschichten.
Wechsel und Flexibilität
- Kündigen und übertragen: drei Monate Frist zum Quartalsende.
- In den ersten fünf Jahren darf der alte Anbieter höchstens 150 € verlangen, danach nichts.
- Erhöht er die Kosten, kommst du kostenfrei raus.
- Du kannst den Vertrag ruhen lassen. Für die Zulage zahlst du mindestens 120 € im Jahr selbst ein.
- Kündigst du mit Auszahlung statt Übertrag, verlierst du die Zulagen.
Zulage und Auszahlung
Zulage: 50 % auf die ersten 360 €, 25 % bis 1.800 €, höchstens 540 € im Jahr. Dazu für jedes Kind mit Kindergeld eine Kinderzulage: Jeder eingezahlte Euro wird verdoppelt, bis 300 € je Kind und Jahr.
Ausgezahlt wird in der Regel frühestens mit 65, als Auszahlplan bis mindestens 85 oder als Rente; bis zu 30 % auf einmal. Steuern zahlst du erst bei der Auszahlung.
Eine halbe Stunde. Sieben Punkte. Dann läuft es.
Leg die Produktinformationsblätter nebeneinander und geh die Liste durch. Rechnen kannst du das selbst.
Ruhe im Kopf. Klarheit auf dem Konto.
Folg mir für die nächste Rechnung.
Bildung, keine Anlageberatung, keine Anbieterempfehlung · Stand 11/2026, BGBl. 2026 I Nr. 156